Mit dem WebserienBlog dokumentieren wir die deutschsprachige Webserienlandschaft und ausgewählte internationale Webserien [mehr über das Projekt].

Webserien-Genres


Einstiegstext:

 

Die Webserienlandschaft ist inhaltlich wie auch stilistisch vielfältig. Als junges Angebotsfeld ist sie erst im Begriff, Genres auszubilden – schließt dabei aber an bestehende Genrekonventionen aus Film und Fernsehen an.  Um in dieser Themen- und Formenvielfalt Orientierung zu schaffen, greifen wir im WebserienBlog auf etablierte Genrekategorien aus Film- und Fernsehwissenschaft zurück und ergänzen diese um zusätzliche Kategorien, die zur Erfassung des Felds sinnvoll erscheinen. Nachfolgend sind die im WebserienBlog verwendeten Genrebezeichnungen und genreähnlichen Kategorien mit kurzen Definitionen aufgeführt. In erster Linie ist dieser Katalog aus der pragmatischen Orientierung an den aufgefunden Angeboten und ihrer teils schon anbieterseitig vorgenommenen Kategorisierung erwachsen. Wo möglich und sinnvoll, beziehen unsere Kurzbeschreibungen wissenschaftliche Definitionen mit ein und verweisen auf weiterführende Literatur. Gleichwohl muss betont werden, dass die sehr umfangreichen Diskurse über die jeweiligen Genres hier nicht differenziert wiedergegeben werden können.
 

Animation

Hierbei handelt es sich um eine Technik, bei der Figuren oder Gegenständen durch Formen der filmischen Illusion in Bewegung versetzt werden.

Im Unterschied zu ‚Realfilm-’ oder ‚live action‘-Webserien wird dabei weitgehend auf den Einsatz von Schauspielern, Kulissen oder klassischer Kameratechnik verzichtet. Die Animations-Webserie entsteht mittlerweile  nicht selten komplett am Computer, indem Figuren, Mis-en-Scene sowie weitere Aspekte der filmischen Produktion mithilfe von digitaler Animationstechnik erzeugt werden. In Analogie zur Film-Produktion können auch für Webserien unterschiedliche Varianten der Animation unterschieden werden.

 

Literatur

James zu Hüningen (2014): „Animationsfilm: Typen und Techniken“, in: Hans Jürgen Wullf  (Hg.): Das Lexikon der Filmbegriffe, Webseite, http://filmlexikon.uni-kiel.de/index.php?action=lexikon&tag=det&id=3004 (20.07.2015).

Maike Reinerth (2013): „Animationsfilm“, in: Markus Kuhn / Irina Scheidgen / Nicola Valeska Weber (Hgg.): Filmwissenschaftliche Genreanalyse. Eine Einführung, Berlin: De Gruyter 2013, S. 319–341.


Comedy

Die Bandbreite des Komischen, das dieser Genrebezeichnung zugrunde liegt, ist sehr weit und umfasst viele Untergenres, die sich jeweils in den unterschiedlichen Medien herausgebildet haben (dies umfasst Theater, Literatur, Film und Fernsehen und nicht nur fiktional-narrative Formen). Dies erschwert eine trennscharfe Definition, während komische Elemente auch in vielen anderen Genres vorkommen können. Zentral  ist die Darstellung von komischen Ereignissen, die Lachen auslösen. Dies kann etwa in Form eines Sketches passieren, der auf eine einzelne Pointe hinausläuft. In der Langform ist hingegen vor allem der glückliche Ausgang der Geschichte ausschlaggebend, wodurch sich seit der Antike die Komödie von der Tragödie unterscheidet.

Die Quelle des Komischen liegt in unangemessenem Verhalten und in Regelverstößen, die jedoch anders als im Krimi keine nachhaltigen  Verletzungen der sozialen Ordnung betreffen bzw. als Verbrechen geahndet werden. Je nach Spielform des komischen findet dies auf unterschiedlichen Ebenen statt. So speist sich etwa die Sitcom aus dem komischen Potential alltäglicher Situationen, der Slapstick aus physisch/körperlichen Ungeschicken, Parodie und Satire aus der Ironisierung und Verspottung von anderen Erzähl- oder Argumentationsmustern bzw. Sachverhalten. Oft sind komische Formen schließlich auch besonders selbstreflexiv, weil sie durch Ironie oder Absurdität auf die Fiktionalität des Dargestellten aufmerksam machen oder die Erzählkonventionen parodierter Genres offenlegen. Dementsprechend treten auch bei den hier aufgeführten Webserien Comedy-Elemente häufig in Kombination mit anderen Genre-Elementen auf.

Literatur

Steven Neale / Frank Krutnik (1990): Popular Film and Television Comedy. London: Routledge.


Coming Of Age

Coming-of-Age-Webserien erzählen über Erfahrungen von jungen Leuten zwischen 11 und 31 Jahren (Dementsprechend lässt sich weiter zwischen Twenpic- und Teenpic- Webserien differenzieren). Leitmotivisch stehen Prozesse des Erwachsenwerdens und der Identitätsfindung im Zentrum der Handlung. In vielen Coming-of-Age-Webserien wird ein Dualismus zwischen der Welt der Erwachsenen und der der Jugend etabliert. Um von der einen Position zur anderen zu gelangen, muss der Protagonist eine ‚Entwicklung’, bzw. eine ‚Initiation’ durchlaufen.


Literatur
Julia Schumacher (2013): „Jugendfilm“, in: Markus Kuhn / Irina Scheidgen / Nicola Valeska Weber (Hgg.): Filmwissenschaftliche Genreanalyse. Eine Einführung, Berlin: De Gruyter 2013, S. 295 – 319.

Thomas Koebner / Bettina Kümmerling-Meibauer (Hgg.): Kinder- und Jugendfilm, Stuttgart: Reclam 2010.

 

Dokumentation

Der Begriff der Dokumentation verweist in Abgrenzung zum Begriff der Fiktion auf den Anspruch medialer Produktionen, eine außermediale Wirklichkeit wiederzugeben. Da dies eine grundsätzlichere Unterscheidung als die zwischen Genres darstellt, wird hier oft auch von Gattungen gesprochen. In Film, Fernsehen und bei Webserien sind aber inzwischen viele Mischformen zu erkennen, die den authentischen Stil des dokumentarischen verwenden, jedoch fiktional und gescripted sind. Dies ist etwa bei Mockumentaries, im Reality TV sowie bei pseudo-authentischen Webserien der Fall.
 

Literatur

Hattendorf, Manfred (1999): „Dokumentarfilm und Authentizität. Ästhetik und

Pragmatik einer Gattung“. CLOSE UP Bd. 4., 2. Auflage. Konstanz: UVK Medien, 1999.
Brian, Winston (1995): Claiming the Real. The Documentary Film Revisited.
London: British Film Institute, 1995.


Fantasy

Im weitesten Sinn kann Fantasy auf den weiten Begriff der Phantastik verweisen, der verschiedenste Formen von Verstößen gegen realistische Welten und Darstellungsformen umfasst. Im engeren Sinn handelt die Fantasy oft von Welten mit unrealistischen Elementen, die anders als in der Science Fiction nicht als rational erklärbare, sondern als übernatürliche Phänomene dargestellt werden. Dies ist in verschiedensten Spielformen möglich, etwa in Form von Märchen, Geistergeschichten, elaborierten Phantasiewelten oder surrealen Traumwelten oder im Durchspielen unmöglicher Szenarien wie Körpertausch.

Literatur:

Georg Seesslen (2013): „Film“, in: Hans Richard Brittnacher / Markus May (Hgg.): Phantastik. Ein interdisziplinäres Handbuch. Stuttgart: Metzler 2013.
 

Horror

Zentral für das klassische Horror-Genre sind Monsterfiguren, die Figuren und Zuschauer  in Angst und Schrecken versetzen. Durch die übernatürliche Herkunft der Monsterfiguren liegt eine enge Verwandtschaft zur Fantasy bzw. zur Phantastik vor. Seit den 1970er Jahren ist der Horrorfilm zunehmend auch von drastischen Gewaltdarstellungen und/oder drastischen Bedrohungsszenarien geprägt. Dabei kann das Übernatürliche in den Hintergrund treten, während die Bedrohung bzw. das Unheimliche nun auch häufig hinter der Fassade des Alltäglichen lauert.

Literatur:

Noel Carroll (1990): The Philosophy of Horror or Paradoxes of the Heart. New York: Taylor & Francis.

Benjamin Moldenhauer (2013): „Horrorfilm“, in Markus Kuhn / Irina Scheidgen / Nicola Valeska Weber (Hgg.): Filmwissenschaftliche Genreanalyse. Eine Einführung, Berlin: De Gruyter 2013, S. 193-208.


Interaktiv

Webserien werden dann als interaktiv bezeichnet, wenn diese dem Nutzer mehr oder weniger ausgeprägte Möglichkeiten bieten, mit deren Hilfe inhaltliche oder formale Attribute selektiert, modifiziert oder hinzugefügt werden können.


Literatur
 
Mary Laure Ryan (2003): Narrative as Virtual Reality. Immersion and Interactivity in Literature and Electronic Media, Baltimore:  The Johns Hopkins University Press 2003.

Lev Manovich (2001): The Language of New Media. Cambridge, Massachusetts; London: The MIT Press 2001.


Kinderserie

Als Kinderserien werden Webserien verstanden, die eine kindliche Lebenswelt darstellen und thematisieren, dabei jedoch gleichzeig auch intentional für Kinder als Zielgruppe produziert worden sind.

 

Literatur
 
Thomas Koebner / Bettina Kümmerling-Meibauer (Hgg.): Kinder- und Jugendfilm, Stuttgart: Reclam 2010.


Krimi

Das Kriminalgenre behandelt Verstöße gegen gesellschaftliche Regeln sowie die Verfolgung, Aufklärung und Ahndung des Gesetzesbruchs. Filme, Fernsehserien und auch die hier aufgeführten Webserien spielen dies oft auch aus bestimmten Perspektiven und in bestimmten Milieus durch, woraus sich Untergenres wie die Detektivserie, Polizeiserie oder der Gangsterfilm  ergeben.

Literatur

Knut Hickethier (Hg.): Filmgenres: Kriminalfilm. Stuttgart: Reclam. 2010.  

 
Kunst
Als Kunstserien werden hier Serien bezeichnet, die thematisch im Künstler-/Theatermilieu angesiedelt sind und/oder denen ein besonderes künstlerisches Konzept zugrunde liegt.
 

Mockumentary

Hierbei handelt es sich um fiktionale Webserien, die bewusst komische und dokumentarische Elemente kombinieren,  um  diese in ein Spannungsverhältnis zu setzen. Vergleichbar mit pseudo-authentischen Webserien, handelt es sich hier ebenfalls um Erzählungen, die Codes und Konventionen des Authentischen adaptieren. Im Unterschied zu pseudo-authentischen Webserien wird aber durch die verstärkte Einbindung von parodistischen und persiflierenden Strukturen die Fiktionalität der Produktion herausgestellt und mit Authentifizierungsstrategien gebrochen.

 

Literatur

Craig Hight / Jane Roscoe (2001):  Mock-documentary and the Subversion of  Factuality, Manchester: University Press  2001.

Robert: Sickels (2006):  „It Ain’t the Movies! It’s Real Life“, in:
Gary D. Rhodes, / John Parris Springer (Hgg.): Docufictions. Essays on the
Intersection of Documentary and Fictional Filmmaking, North Carolina: Mcfarland
2006, S. 179-190.


Musik

Als Musikserien werden hier Webserien bezeichnet, die sich thematisch mit Musik bzw. Musikern auseinandersetzen oder auch Kunstserien im o.g. Sinn, in denen Musik eine zentrale Rolle spielt.


Mystery

Der Genrebegriff „Mystery“ hat sich im deutschen Sprachraum vor allem an den Fernsehserien Akte X, Twin Peaks und Lost entwickelt (im Englischen hingegen steht „mystery“ traditionell für Krimis, verweist also einfach auf die Auflösung kriminologischer Rätsel). Im Zentrum stehen phantastische Elemente der erzählten Welt. Anders als bei Fantasy oder Science Fiction besteht aber eine Unsicherheit darüber, wie diese zu erklären sind, ob es sich also um rational erklärbare oder irrationale, übernatürliche Phänomene handelt (hier überschneidet sich das Mystery-Genre mit Tzvetan Todorovs Definition des Phantastischen). Die so entstehende Orientierungslosigkeit wird durch das ständige Herausschieben einer Auflösung oder Erklärung aufrechterhalten. Gleichzeitig sind Mystery-Serien reich an Verweisen auf eine zugrundeliegende Mythologie, die als Teil des Rätsels ebenfalls undurchsichtig bleibt und daher einen wichtigen Diskussionsgegenstand unter Fans darstellt.

Literatur: 
Simon Spiegel (2004). „Das große Genre-Mysterium: Das Mystery-Genre“, in Zeitschrift für Fantastikforschung 1.2004, S. 2-26.

Todorov, Tzvetan (1972). Einführung in die fantastische Literatur. München: Hanser.


Pädagogisch

Als pädagogisch werden hier Kinderserien bzw. Teenpics usw. verstanden, in denen deutlich eine erzieherische Rhetorik zu erkennen ist.


Pseudo-authentisch

Webserien werden dann als pseudo-authentisch bezeichnet, wenn es sich um fiktionale Erzählungen handelt, die inhaltliche und/oder formale Aspekte und Strategien audiovisueller Kommunikation und Repräsentation imitieren, die im Internet als authentisch gelten. Derartige fiktionale Produktionen können Authentifizierungsstrategien (beispielsweise aus Videoblogs) adaptieren, um spezifische ästhetische oder narrative Effekte zu erzielen.
 

Literatur

Markus Kuhn (2013): „Das narrative Potenzial der Handkamera. Zur Funktionalisierung von Handkameraeffekten in Spielfilmen und fiktionalen Filmclips im Internet“, in: DIEGESIS. Interdisziplinäres E-Journal für Erzählforschung 2.1 (2013), S. 92-114.


Markus Kuhn (2013): „Zwischen Kunst, Kommerz und Lokalkolorit: Der Einfluss der Medienumgebung auf die narrative Struktur von Webserien und Ansätze zu einer Klassifizierung“, in: Ansgar Nünning / Jan Rupp, / Rebecca Hagelmoser /Jonas Ivo Meyer (Hgg.): Narrative Genres im Internet. Theoretische Bezugsrahmen, Mediengattungstypologie und Funktionen, Trier: WVT 2012, S. 51-92.

 

Queer

Diese Webserien erzählen Geschichten, die untrennbar mit Aspekten von Homosexualität verbunden sind. Neben der Infragestellung von heteronormativen Gesellschaftsmustern steht dementsprechend die Repräsentation schwuler und lesbischer Erfahrung im Mittelpunkt der Webserien.

Literatur

Julianne Pidduck (2003): „After 1980: Margins and Mainstreams“, in: Richard Dyer (Hg.): Now You See It. Studies on Lesbian and Gay Film. 2., erw. Aufl., London: Routledge 2003, S. 265 – 294.

Scadi Lost (2013): „Roadmovie“, in: Markus Kuhn, Irina Scheidgen, Nicola Valeska Weber (Hgg.): Filmwissenschaftliche Genreanalyse. Eine Einführung. Berlin: De Gruyter 2013, S. 271–289.

 

Science Fiction

Für das Genre der Science Fiction ist kennzeichnend, dass die erzählte Welt durch ein „Novum“ (Suvin 1979) geprägt ist, das sie von unserer Realität unterscheidet. Gleichzeitig wird die Neuerung (z.B. ein Raumschiff, Roboter, und/oder Telepathie) so präsentiert, dass sie vor dem technischen und wissenschaftlichen Hintergrund der Gegenwart rational plausibel erscheint (unabhängig von der Frage, ob sie tatsächlich wissenschaftlich haltbar ist). Laut Simon Spiegel wird dies vor allem durch eine „technizistische Ästhetik“ erreicht. In diesem Aspekt unterscheidet sich die Science Fiction von der Fantasy und anderen phantastischen Genres (siehe auch Horror und Mystery), die keine wissenschaftliche Plausibilität beanspruchen bzw. andere Aspekte eines „Novums“ (etwa Monstrosität oder das Rätselhafte) in den Vordergrund stellen. Gleichwohl sind diese Verfahren des phantastischen auch häufig in Kombination anzutreffen.


Literatur

Spiegel, Simon (2013). „Science Fiction“, in: Markus Kuhn / Irina Scheidgen / Nicola Valeska Weber (Hgg.): Filmwissenschaftliche Genreanalyse. Eine Einführung. Berlin: De Gruyter 2013, S. 245-265.

Suvin, Darko (1987): Poetik der Science Fiction. Zur Theorie einer literarischen Gattung. Frankfurt a.M.; Suhrkamp. [Original: Metamorphoses of Science Fiction. Yale 1979]

 

 

Soap

Die Soap Opera (dt. „Seifenoper“) entstand im US-amerikanischen Radio der 1930er Jahre und wurde in der Nachkriegszeit ins Fernsehen übernommen. Kennzeichnend ist eine offen angelegte Fortsetzungsstruktur, reich an dramatischen Wendungen und Enthüllungen, sowie die Fokussierung auf Beziehungen und Konflikte innerhalb der Familie oder anderen sozialen Gemeinschaften. Die Zielgruppe der zunächst tagsüber ausgestrahlten und von Waschmittelherstellern gesponserten Seifenopern war die Hausfrau. Die Soap Opera gilt als besonders alltagsnahe Form des seriellen Erzählens, da die Figuren in ihren alltäglichen (wenn auch nicht unbedingt realistischen) Kontexten gezeigt werden und die regelmäßige Rezeption in den Lebensalltag eingebunden ist. In letzter Zeit werden Erzählstrategien der Soap häufig mit pseudo-authentischen und dokumentarischen Elementen vermischt, was sich in etwa in hybriden Bezeichnungen wie „Docu-Soap“ äußert.


Literatur
McCarthy, Anna (2001): „Studying Soap Opera“ und „Realism and Soap Opera”. In Glen Creeber (Hg.): The Television Genre Book. London: British Film Institute. S. 47-54.
 
Allen, Robert C. (1985): Speaking of Soap Operas. Chapel Hill: University of North Carolina Press.
 
Cantor, Muriel G. und Suzanne Pingree (1983): The Soap Opera. Beverly Hills: Sage.


Teenpic

 
Webserien, die die Lebensrealität von Teenagern repräsentieren und dabei auch in erster Linie für Teenager als Zielgruppe produziert werden. In vielen Teenpics spielt insbesondere das Motiv der ‚Schule’ eine große Rolle und zwar unabhängig davon, ob als Ort der Zusammenkunft, Aushandlung und Erprobung sozialer Rollen oder als Sinnbild für den Übergang zwischen Adoleszenz und Erwachsensein. Teenpics sind somit in der Regel auch immer als Unterkategorie des Genres ‚Coming-of-Age’ zu verstehen.

 

Literatur
Julia Schumacher (2013): Jugendfilm, in: Markus Kuhn / Irina Scheidgen / Nicola Valeska Weber (Hgg.): Filmwissenschaftliche Genreanalyse. Eine Einführung, Berlin: De Gruyter 2013, S.295 – 319.

Thomas Koebner / Bettina Kümmerling-Meibauer (Hgg.): Kinder- und Jugendfilm, Stuttgart: Reclam 2010.

 
Twenpic

 
„Twenpic ist ein Wortspiel mit dem Begriff des Teenpic, der in der amerikanischen
Genretheorie in etwa das bezeichnet, was wir im deutschsprachigen Raum als Jugendfilm bezeichnen. Dabei leitet sich der Begriff des Teenpic von dem des Teenagers ab und steht als Abkürzung in etwa für teenager (moving) picture; entsprechend leitet sich der Begriff des Twenpic von Bezeichnungen wie ‚twen’ oder ‚twentysomething’ für junge Menschen in den „Zwanzigern“ ihres Lebens ab. Twenpics sind somit filmische Formen, in denen zwanzig- bis dreißigjährige Figuren mit ihren alterstypischen Interessen, Lebensumfeldern und Problemen im Mittelpunkt stehen.“ (Kuhn 2015: 445)

 

Literatur
Markus Kuhn (2015): „Die WG im Netz: Deutschsprachige Webserien-Genres im Spannungsfeld kultureller und medialer Transformationsprozesse“, in: Ritzer, Ivo/Schulze, Peter W. (Hgg.): Transmediale Genre-Passagen. Interdisziplinäre Perspektiven, Wiesbaden: Springer VS, S. 431-459.


Eintrag zu Webserien-Genres wurde verfasst von: Andreas Veits / Sebastian Armbrust